Die Klima- und Energiemodellregion besteht seit dem Jahr 2012 und ist ein Zusamenschluss der Gemeinden

Kurze Beschreibung der KEM:

Die KEM Lieser- und Maltatal wurde als eine der ersten KEMs in Kärnten im Jahre 2012 gegründet. Mit sehr viel Enthusiasmus wurde und wird vorangegangen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Die Region setzt sich aus den fünf Gemeinden Gmünd in Kärnten, Krems in Kärnten, Malta, Rennweg am Katschberg und Trebesing zusammen und ist ein Teil der Nockregion, die aus insgesamt 16 Gemeinden besteht. Sie erstreckt sich über die Hohen Tauern und Gurktaler Alpen und umfasst eine Gesamtfläche von ca. 700 km² für knapp unter 10.000 Einwohner, bei leicht rückläufiger Bevölkerungszahl.

Der dominierende Wirtschaftszweig in der Region ist der Tourismus. Das Skigebiet Katschberg in der Gemeinde Rennweg profiliert sich in den letzten Jahren sehr positiv unter der Marke „Klimaberg Katschberg“. Das Maltatal bietet als Teil des Nationalparks Hohe Tauern in allen Jahreszeiten besondere Angebote im Bereich Skitouren, Wandern, Klettern. Gmünd, im Zentrum der Region bietet als zweitälteste Stadt Kärntens ein hervorragendes Spektrum an Kunst und Kultur. Ein im Jahr 2025 eröffnetes Kunsthaus bietet Ausstellungen mit internationaler Strahlkraft. Trebesing bietet eine „Energiewandermeile“ und Beherbergungsbetriebe, die sich speziell auf Familien konzentrieren.

Das vor Jahren international bekannte Skigebiet Innerkrems in der Gemeinde Krems befindet sich in einer Neuorientierung und bietet alternativen Wintersport, Wanderungen, bis hin zu Schlittenhunde-Veranstaltungen.

Die Landwirtschaft spielt in der Region eine große Rolle. Es ist jedoch zu beobachten, dass es hier einen Wandel gibt. Kleinere Betriebe verschwinden. Die Flächen werden von größeren Betrieben mit höherem maschinellem Einsatz übernommen. Mutterkuhhaltung und traditionelle Milchwirtschaft dominieren. Alternativ entwickelt sich aber auch Schaf- und Ziegenzucht. Darüber hinaus finden sich in den höher gelegenen Lagen Almbauern und traditionelle Betriebe, die sowohl Produkte für den Eigenbedarf als auch für den regionalen Markt erzeugen.

Die Forstwirtschaft im Lieser- und Maltatal ist geprägt von der Erhaltung und Verbesserung der Schutzfunktion des Waldes, insbesondere durch Kultur- und Bestandspflege. Ein Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Die Waldfläche ist Teilweise sehr klein strukturiert. Viele Waldbesitzer bewirtschaften ihre Flächen im Nebenerwerb.

Die Online-Plattform Biomasse Nockregion wurde von den 3 KEM-Regionen des Regionalverbandes Nockregion ins Leben gerufen und ist ein positives Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft im Forstbereich. Sie verbindet Anbieter und Käufer von Biomasse, wobei Land- und Forstwirtschaftliche Betriebe ihre Produkte direkt an die Kunden verkaufen können.

Kleinere Gewerbebetriebe, Dienstleister, landwirtschaftliche Direktvermarkter etablieren sich in den letzten Jahren immer mehr und kompensieren teilweise den Rückgang in der Landwirtschaft. Diese tragen nicht nur zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei, sondern stärken auch die lokale Identität und das regionale Selbstverständnis. Die wachsende Anzahl von Gewerbebetrieben, die vor allem im Bereich Bauwirtschaft, Handwerk und Dienstleistung tätig sind, profitieren vom steigenden Bedarf durch die wachsende touristische Infrastruktur.

 Ziele und Strategien:

Ziele

Strategien

Die Gemeinden kümmern sich langfristig um günstige Energiepreise für die Kommune, als auch für ihre Bürger, basierend auf den Ausbau erneuerbarer Energieformen

Die Gemeinden gründen regionale erneuerbare Energiegesellschaften (EEG) an der in weiterer Folge auch Gewerbebetriebe und Gemeindebürger teilnehmen können.

Die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen steigt bis 2040 auf 2 kWp/Einwohner:in

Die Ausbauraten von Photovoltaikanlagen orientieren sich primär an den potenziell geeigneten Dachflächen. Freiflächen oder Agri-PV bilden ein bis dato nicht erschlossenes Potential. Der Ausbau von Stromerzeugungsanlagen geschieht in Übereinstimmung mit dem Ortsbild und den Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes. 

Die Gemeinden nutzten ihren Handlungsspielraum als Baubehörde aus, um eine nachhaltige und klimagerechte Entwicklung sicherzustellen.

Anwendung und Umsetzung der grundeigentümer-verbindlichen Instrumente (u.a. Bebauungsplan) und privatrechtlichen Vereinbarungen.

Die Gemeinden bauen das Beratungsangebot hinsichtlich eines ressourcenschonenden und klimaneutralen Bauens aus.

Die Gemeinden legen großen Wert auf einen intakten und belebten Ortskern und der Vermeidung von Leerständen

Die Gemeinden unterstützen und initiiert Projekte zur Ortskernbelebung, der Nutzung bestehender Gebäudestrukturen und deren Erweiterung - anstatt Neubauprojekte auf unbebautem Gelände zu ermöglichen.

Nachhaltiges Bauen und Sanieren im Privatbereich

Qualitätsvolles und zukunftsfittes Bauen und Sanieren wird zum sichtbaren Thema in den Gemeinden.

Ziel ist es, eine nachhaltige Bau- und Sanierungskultur zu etablieren.

Die Gemeinden unterstützen das Ziel, eine Sanierungsrate von 3% zu erreichen.

Die Bewirtschaftung der kommunalen Flächen erfolgt nach nachhaltigen Kriterien Die Gemeinden setzten eine ökologische und klimafreundliche Bewirtschaftung der kommunalen Grün- und Freiflächen um.

Keine Anwendung von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln, pestizidfreie Pflege von Freiflächen, naturnahe Gestaltung von Freiraumflächen und Kinderspielplätzen.

Grünflächen der Gemeinden sollen mit Hilfe einer (Natur im Garten) Beratung klimafit und naturgetreu gestaltet werden.

Die Gemeinden sind sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und sind bestrebt öffentliche Feste und Veranstaltungen nachhaltig zu gestalten

Anwendung der Green Event Kriterien des Landes Kärnten bei öffentlichen Veranstaltungen (kein Wegwerfgeschirr, regionale Lebensmittel, regionale Dienstleister, Abfallvermeidung)

Gemeinde-Fuhrparks effizient und umweltschonend umrüsten

Der Fuhrpark der Gemeinden wird Schritt für Schritt auf energieeffiziente Antriebe umgestellt.

Optimierung der Wasserversorgung

Konsequente und umfassende Reinhaltung der Wasservorkommen zur Sicherung der Gemeinden mit hochwertigem Trinkwasser in ausreichender Qualität.

Regelmäßige Wartungsintervalle durchführen Leck Ortung mit Prioritätenreihung zur Sanierung der Leckagen.

Neue Quellfassungen festlegen, sichern und errichten.

Sicherung der Stromversorgung der Trinkwasseranlagen bei Blackout.

Im Bedarfsfall Meldepflicht bei Pool Befüllungen in Kraft treten lassen.

Im Zuge einer Sanierung von Trinkwasserleitungen soll die Möglichkeit zur Errichtung von Trinkwasserkraftwerken geprüft werden.

Die Gemeinden sorgen für eine energieeffiziente Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers sowie einen nachhaltigen Umgang mit Trink- und Regenwasser.

Unterstützung der Kreislaufwirtschaft

Im Bereich der Energiegewinnung, aber auch der Lebensmittelerzeugung arbeiten die Gemeinden bereits eng zusammen. Weitere Potentiale bei der Herstellung von Hackschnitzel aus regionalem Holz, mittels erneuerbarer Energie sollen ausgebaut und optimiert werden. Regionale Lebensmittelerzeuger sollen weiter unterstützt und die Produkte regional vermarktet werden.